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Das schwere Gewicht von Erwartungen

Rapport und Körpersprache

Erwartungen sind anspruchsvoll. Erwartungen sind dazu da, um enttäuscht zu werden. So sagt man. Aber trotzdem lassen wir uns gerne von ihnen verführen. Wir verlieben uns, und erwarten, das der liebe Mensch sich so verhalten möge, wie wir das vielleicht selbst tun würden. In der Familie sind Erwartungen manchmal die Quelle, die alles zum versiegen bringt. Wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, ist die Enttäuschung groß. Vielleicht wird sie begleitet von Wut, vielleicht auch von Unverständnis. Meistens ist die Erwartung begleitet von Ignoranz. Ignoranz gegenüber der Welt des anderen. Ignoranz indem man seine eigenen Regeln zu allgemein gültigen Regeln erklärt.

Was kann ich tun, wenn ich solchen Erwartungen begegne? Manchmal, besonders innerhalb der Familie, möchte man vielleicht gerne die Erwartungen des anderen erfüllen. Verhindern, das er enttäuscht wird. Das funktioniert nicht immer.

Auf mich wirken Erwartungen wie Backsteine. Sie sind so schwer, das man sie kaum halten kann. Begegne ich diesen, neige ich dazu loszulassen, als krampfhaft zu versuchen, die Erwartungen eines anderen zu erfüllen. Zu viele Erwartungen an dich selbst von dir oder von anderen wirken wie ein schwarzes Loch, das deine Energie einsaugt. Wie ein Korsett in das du dich ständig einzwängst. Du machst andere über Richter zu dem was du tust. Über die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit kannst nur du selbst entscheiden und niemand sonst. Niemand lebt in den Schuhen des anderen und wir alle haben unsere Herausforderungen.

Ich kann erwarten, das mein Bruder, Schwester, Mutter etc. sich in bestimmten Rahmenbedingungen verhalten. Aber was ist, wenn die einfach mal nicht so können wie du dir das vorstellst. Jeder hat seine Gründe und nicht immer bedeutet die Enttäuschung der Erwartungen, das sie dich nicht lieben. Oder das du sie nicht liebst. Wie also gehst du vor, wenn der andere anders reagiert als du es erwartest?

Vielleicht kannst du seine Position nachvollziehen. Vielleicht kannst du es nachempfinden. Vielleicht aber gehst du nur von dir selbst aus und machst ihm oder ihr Vorwürfe. Auch sie wirken schwer. Vorwürfe sind enttäuschte Erwartungen und sie fallen auf dich selbst zurück. Denn das schwere liegt auf dir. Der andere, dem du etwas vorwirfst, für den gilt das ebenso. Selbst wenn die Vorwürfe gerechtfertigt sind, und auch die Erwartungen. Beides fällt auf dich selbst zurück. Denn der negative Touch bleibt und er bleibt erhalten, manchmal selbst dann, wenn der andere diese Vorwürfe anerkennt. Denn es bleibt in dir. Es gibt nichts was der andere allein bewirken kann, um dir deine Schwere zu nehmen. Das kann nur jeder selbst.

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