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Warum innere Realität so wichtig ist, wie äussere Realität

Wir wachsen auf in einer Konzentration auf das wir lernen um zu überleben. Wir lernen das ein guter Beruf wichtig ist, gute Ausbildung und eine Familie mit Kindern ist für manch einen das Idealbild. Unter normalen Umständen sind wir von Gesellschaft abhängig. Lieben und der Wunsch geliebt zu werden ist häufig etwas, das hinter den seltsamsten Lebenskonstellationen verborgen liegt.
Als äussere Realität bezeichne ich unser Leben im Aussen.
Wer bist du? Deine Arbeit, dein Titel, deine Lebensaufgabe, deine Hobbies?
Das was deine Eltern, deine Umgebung von dir hält?
Jeder von uns hat Werte und Glaubenssätze nach denen er lebt. Manchmal stehen diese Werte in Gegensatz zu einander und verursachen innere Konflikte.
Ein ewiger Kampf der Kraft kostet. Wir sind uns dieser Kämpfe nicht immer bewusst und manchmal weiß man einfach nicht, wie man aus dem Rad heraus kommen soll.
Wir werden verletzt und manchmal wissen wir nicht, wie wir mit der Verletzung umgehen sollen.
Wir lenken uns davon ab, manchmal ist die einzige Strategie mit dieser Verletzung umzugehen, sich von ihr abzuwenden und zu begraben. Nach einer Weile verschwindet der Schmerz scheinbar. Aber eigentlich hat sich nur eine Patina gebildet, die uns glauben lässt, die Verletzung sei besser geworden.
Eine Verletzung bleibt so lange bestehen, bis wir den Grund der Verletzung in uns aufgelöst haben.
Diese Auflösung ist jedoch eher selten bis zum letzten der Fall.  Und so bildet sich Patina um Patina und der Weg zu unseren Gefühlen wird immer dicker bis manche völlig vergessen haben, wie sich ihr Herz eigentlich anfühlt und sie fast nurnoch im Verstand leben.
Meistens endet es einfach darin, das der Vorwurf stehen bleibt. Der hat mir das angetan. Ich habe diesen Menschen verloren.
Für mich war es sehr wichtig zu erkennen, das jeder fehlbar ist und nicht immer in Böswilligkeit handelt. Jeder steht seinem eigenen Spiegel gegenüber und es ist nicht leicht, seinem eigenen Spiegelbild immer wohlwollend entgegen zu sehen. Für mich liegt der Weg zur Heilung darin zu erkennen, was wirklich Auslöser des Schmerzes ist. Zu erkennen, das die Selbstachtung, Respekt die ich mir selbst nicht zugestehe, eben in einer Selbstverletzung mündet. Das sie darin mündet, das ich im Aussen immer wieder fehlender Achtung und Respekt begegne.
Und deshalb ist es für mich so wichtig, auf die innere Realität zu achten. Denn sie ist der Kompass, der uns ins wanken bringt, der uns verletzt oder auch stark macht. Wer du bist, bestimmt letztendlich nicht nur dein inneres Glaubens- und Wertesystem. Denn das Glaubenssystem ist nicht immer im Einklang mit deiner Seele. Die Differenzen daraus, sind der Kern des Selbst. Alles andere sind leere Hülsen.

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Vertrauen und Erwartung

Vertrauen ist wie eine Pflanze. Es muss wachsen. Man kann es nicht erzwingen und manchmal kann man es mit einem einzigen Messerstich töten. Menschen die dir am nächsten stehen, halten manchmal so ein Messer in der Hand. Sie sind sich nicht bewusst was sie tun, und auch du merkst nicht immer, was das mit dir macht.

Ich hatte ein brennen im Magen. Ein stechen im Herz. Es waren innere Spannungen und der Wunsch das alles wieder so sein möge wie damals, bevor all das kam was nun zwischen uns stand. Als du das Messer noch nicht erhoben hattest und mein Vertrauen noch nicht am Boden war.

Ich versetzte mich hinein in diesen Schmerz und ich hatte plötzlich von diesem Schmerz ein Bild vor Augen: Dort hing ich aufgespannt in der Luft. Um den Körper herum befand sich Spannung und man sah die Blitze, wie sie um den Körper herum liefen und diesen brennenden Schmerz verursachten. Das was mich dort bildlich so aufspannte, waren die widersprüchlichen Anforderungen, die mich innerlich zum zerreissen quälten. Der Wunsch wieder zu dem alten Vertrauen zurück zu kehren. Deinen Erwartungen gerecht zu werden und dem tiefen Verständnis, das es Dinge gab, die ich dir so nie würde sagen können. Denn dazu brauchte ich etwas, das ich nicht mehr aufbringen konnte. Mein Wunsch war es, dich an meinem Leben teilhaben zu lassen, der gleichzeitig deine Erwartung widerspiegelte. Es war mir unmöglich geworden. Denn dazu brauchte ich Vertrauen. 

Das Vertrauen, dass das was du dieser Person sagst, von ihr mit Respekt entgegen genommen wird. Mit Bedacht und vielleicht Verständnis, das dies deine Sichtweise ist.

Das Vertrauen, das sie respektvoll damit umgeht, und nicht eines Tages deine Worte zu einem Messer wendet, um es dir im Zorn ins Herz zu rammen.

Das Vertrauen, das du dies mit dieser Person teilen kannst, ohne das sie sich zum Souverän über dein Schicksal machen möchte.

Wir lieben einander und manchmal fällt es schwer, dem anderen seinen Willen zu lassen, ohne einzugreifen. Manchmal glaubt man, so muss es gehen und nicht anders. Und dann mag man sich ertappen dabei, wie man versucht dem anderen zu zeigen, das es doch so viel besser geht. All das ist Teil einer ganzen Komposition, die freiwillig gegeben und freiwillig empfangen werden möchte. Nicht immer ist das, was man dem anderen zu sagen hat, auch wirklich eine Hilfe. Denn manchmal ist es nur eine Botschaft, die du eigentlich dir selbst geben möchtest. Wut, Druck und Verzweiflung, manchmal auch verborgene Selbstzweifel, sind die Helfer die das Vertrauen zerstören.

Was also tust du, wenn du feststellst, das du deinem Wunsch nicht nachkommen kannst. Das dein Herz sich vor Angst krümmt, wenn du nur darüber nachdenkst, mehr mit dem geliebten Menschen der dir eigentlich so nah ist zu teilen? Ich musste erkennen, das man Vertrauen nicht erzwingen kann. Ich war nicht böse, ich war nicht wütend, ich war traurig. Traurig darüber, das es so gekommen war. Wie ein Zug auf Kollisionskurs waren wir darauf zugefahren.

Und vielleicht fehlt nur ein kleiner Schritt zum Verständnis, warum die Person, von der du dir so sehr wünschst, das sie Teil deiner Welt sein möge, sich dir gegenüber einfach nicht öffnen kann. Denn sie fühlt sich nicht verstanden. Sie vertraut nicht darauf, das du mit dem was sie dir zu sagen hat, vertrauensvoll umgehst.

Vertrauen ist die andere Seite der Erwartung. Wenn ich jemandem vertraue, das ein Mensch in bestimmter Weise mit meiner Sicht der Welt umgeht, dann habe ich die Erwartung das er es so tut.

Erwartungen stehen in der Gefahr, enttäuscht zu werden. Wo also führt das hin?

Gibt es also Situationen, in denen ich gänzlich auf Vertrauen und damit die Erwartung verzichten kann? In der ich nur erzähle und gleichzeitig immun bin gegen solche Angriffe?

Wenn ich das nun weiter führe zu der Aufzählung von oben, dann komme ich auf eine Entkopplung von dem, das mir die Person, die mir einst so nahe stand, dort einfach nichts zu suchen hat.

Kein Vertrauen, aber auch keine Erwartung. Schlicht Informationen zu teilen ohne Erwartung, das die Person die es hört, vertrauensvoll damit umgeht. Damit endet für mich dann auch die Informationsweitergabe dort, wo sie enden sollte. Nämlich an den Grenzen des Verständnisses der involvierten Personen. Eine Distanzierung auf ein gesundes Maß.

Ich kann niemandem vorschreiben, wie er zu agieren hat, damit er mein Vertrauen verdient. Aber vielleicht kann man dem, den man liebt sagen, das er dein Vertrauen verletzt hat. Nicht als Anklage und nicht als Vorwurf! Als Hinweis, weil Liebe das ist, was euch trotz allem zusammen hält. Und vielleicht wird es seine Sicht auf deine Geschichten verändern. Vielleicht öffnet es Raum für Veränderung die vorher nicht möglich war…

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