Im Spiegel deiner Gefühle

Hast du manchmal das Gefühl, was auch immer du tust es genügt einfach nicht. Oder das du das was du bekommst nicht verdienst und das du einfach nicht richtig bist?
Stell dir vor, du stehst vor einem Spiegel und alles was der Spiegel dir zeigt bist nur du selbst! Wenn du dir also etwas zeigst, das dir weh tut oder das dich normalerweise wütend machen würde, könntest du dann wirklich wütend sein?? Wenn du alles um dich herum betrachtest, als würdest du vor einem Spiegel stehen, eröffnet sich eine Gelegenheit, mit Dingen die dich verletzen und Gefühlen anders umzugehen und auch Frieden zu finden. Alles um dich herum spiegelt also deine innere Realität wider durch die Filter deiner Wahrnehmung. Dinge die dich wütend machen, Aussagen die dich verletzen, Ängste die sich in Überlebensstrategien tarnen, deine Energie die du nicht annehmen kannst etc. etc. –
Also dein Partner Heinz, der wiedermal blöd vor seinem Computer abhängt und zu ignorieren scheint, das er dir mal helfen könnte. Er spiegelt dir dein Gefühl alleine zu sein. Vielleicht auch das du dich in diesem Moment nicht geliebt fühlst. Dein Nachbar Rudolf, der dich herablassend behandelt als wärst du ein Bittsteller und dir das Gefühl vermittelt, das er dich für einen Schmarotzer hält. All das zeigt dir nur den Teil von dir, den du ablehnst. Wenn also jemand dich als Schmarotzer beschimpft (auch die Wortwahl das es eine Beschimpfung ist zeigt schon die Wertung) und dich das verletzt, dann gehe davon aus, das du eine Wertung für Schmarotzer hast und du möchtest mit diesen auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden. Du erfährst durch ihn also keine Wertschätzung. So entsteht eine Projektion! Und damit erzeugt es in dir ein Gefühl der Abwehr. Und alles was du abwehrst, machst du damit für dich real.
Du magst sagen “nee das bin ich ja gar nicht”. Denn du identifizierst dich ja nicht damit. Das möchtest du auch gar nicht! Es geht darum zu verstehen, das du nicht „der Schmarotzer“, „der/die Fette“, „der/die Kluge“, “die xyz” bist, sondern so viel mehr als das! Es ist etwas anderes, als “Stop” zu sagen. Und sich anderen Dingen zuzuwenden. Es geht hier nur um jene Aspekte, die dir tatsächlich zu schaffen machen. Jeder von uns hat alle Facetten in sich die es geben mag. Und eine Facette davon abzulehnen, wirkt wie Klebstoff. Es ist, als würde sie dadurch erst entstehen! Und daran scheitert es oft. Denn in der Integration aller Facetten entsteht ein Gleichgewicht aller Anteile und ein Frieden. In der Ablehnung “Ich kann nicht so sein und das bin ich nicht” während deine Gefühle dir klar und deutlich etwas anderes sagen, nämlich “das will ich nicht”, entsteht es erst. Es ist dann also, als würde dieser “Vorwurf”, dieser Mangel an dir haften. Und so entsteht eine Blockade. Du gibst der Angst so zu sein, dem abgewehrten dadurch Kraft und spaltest es von dir ab. Und das tut machmal sehr weh und wie oft flüchte ich mich in den Angriff und in die Wut. Wir machen den Spiegel für unsere Gefühle verantwortlich. “Der ist doof und ein Idiot”. Aber erinnere dich daran, das du ja vor einem Spiegel stehst. Deinem Spiegelbild würdest du das niemals sagen, denn es macht gar keinen Sinn. Mach es zu einem Experiment! Es kann dir nichts passieren.
Wie also kannst du deine eigene Energie wieder mit dir vereinen? Nimm diesen Teil von dir an. Gehe auf den Schmarotzer zu und überwinde mit Liebe deine Verurteilungen, die du ihm gegenüber hast. Das ist auch die Wertschätzung die du dir gegenüber verweigerst. Es geht darum, Wert zu sein etwas zu bekommen, geliebt zu sein, von dir selbst. Nimm an, was du verweigerst. Du hast den Schmarotzer erschaffen und du kannst ihm sagen: Ok! Du bist da und du gehörst zu mir. Du hast diesen Anteil von dir abgetrennt und daher löst er eine emotionale Reaktion bei dir aus. Er spiegelt dir immer wieder, das du keine Wertschätzung erfährst und das du das, was du bekommst nicht wert bist. Er möchte gesehen werden! Je stärker du ihn ablehnst, desto mehr Energie steckt in ihm und desto heftiger wird dir deine eigene Energie um die Ohren schlagen.
Vielleicht wirst du dann sagen: Nee, damit kann ich garnichts anfangen, ich fühle das garnicht so. Nun, aber deine Gefühlsreaktion ist da und die kannst du nicht leugnen. Sie ist dein Hinweis wo das Verborgene liegt, was in Wahrheit zu dir gehört!
Was du weghaben willst, wird immer wieder zu dir zurückkehren, bis du es annehmen kannst, denn es möchte gesehen werden.

Wer bist du?

Wir wachsen auf in einer Konzentration auf das wir lernen um zu überleben. Wir lernen das ein guter Beruf wichtig ist, gute Ausbildung und eine Familie mit Kindern ist für manch einen das Idealbild. Unter normalen Umständen sind wir von Gesellschaft abhängig. Lieben und der Wunsch geliebt zu werden ist häufig etwas, das hinter den seltsamsten Lebenskonstellationen verborgen liegt.
Als äussere Realität bezeichne ich unser Leben im Aussen.
Wer bist du? Deine Arbeit, dein Titel, deine Lebensaufgabe, deine Hobbies?
Das was deine Eltern, deine Umgebung von dir hält?
Jeder von uns hat Werte und Glaubenssätze nach denen er lebt. Manchmal stehen diese Werte in Gegensatz zu einander und verursachen innere Konflikte.
Ein ewiger Kampf der Kraft kostet. Wir sind uns dieser Kämpfe nicht immer bewusst und manchmal weiß man einfach nicht, wie man aus dem Rad heraus kommen soll. Als ich damit konfrontiert wurde ,hat mir niemand  gezeigt wie ich damit umgehen kann. Die erste Reaktion ist angreifen, wegrennen oder totstellen und dann…  wenn ich mit dem nicht fertig werde was dann?

Akzeptieren steht an erster Stelle. Nicht gut oder schlecht finden sondern das annehmen was sich zeigt. Das es da sein darf. Diese schlimme diese schlechte Angwohnheit, dieses schlechte Gefühl, ja auch dieses Erlebnis das dich nicht loslässt,  genauso wie dieses tolle, das wir am liebsten immer neu erleben möchten.

Wir reduzieren uns in diesem Moment oft auf diese eine Sache, und entwickeln einen Tunnelblick und es ist wichtig zu erkennen genau in diesem Augenblick, das da noch viel mehr in uns steckt und auch das wir vielleicht gerade garnicht in diesem traumatischen Erlebnis stecken das sich immer zu wiederholen scheint. Es ist wichtig gleichzeitig bewusst zu erkennen das wir so viel mehr sind . Das wir mal die Laute die Leise und manchmal der Streitbare sind und eben nicht nur dieses eine. Das integriert alles miteinander.

Und deshalb ist die innere Realität so wichtig. Denn sie ist eine ganz eigene Wahrheit. Du kannst sie dir nicht schönreden, auch wenn du es noch so sehr versuchst. Schönreden verursacht unsägliche seelische Schmerzen und dient nur dem Aspekt, der daraus einen Gewinn oder Schutz sehen mag zu einem hohen Preis.

Innere Leere, Verneinung dessen wer wir sind. Fehlende Authentizität….

Ich will mich nicht mehr leer fühlen. Ich habe mir versprochen ich lebe wer ich bin und seitdem ich diesen Weg gehe, bin ich auf einem Weg voller Wunder.

Ich lade dich ein auch diesen Weg zu gehen! Nimm dich ernst und dein Herz das zu tun was deine Seele hier entfalten möchte.

Vorteile im Hier und Jetzt zu sein

Manchmal fühlt man sich energielos. Wer mich kennt, wird jetzt vielleicht den Kopf schütteln. O ja, ich habe jede Menge Energie, die die mich kennen, wissen das. Aber kennst du das manchmal? Du fühlst dich leer, energielos oder orientierungslos?
Die Leere die du vielleicht fühlst ist eigentlich nicht wirklich immer eine Leere sondern das Gegenteil. Warum? Fragst du dich jetzt vielleicht?

Wie oft bist du am Tag eigentlich im Hier und Jetzt. Wie oft habe ich von mir gehört, ich bin nicht anwesend. Auch wenn ich das Hier und Jetzt sehr schätze und immer wieder gerne darauf zurück komme, Ich bin oft nicht anwesend nicht im Hier und Jetzt. Ich liebe es zu träumen. Es scheint manchmal so viel angenehmer als im „öden“ Hier und Jetzt zu sein. Das ist auch angenehmer, als sich überhaupt mit dem auseinander zu setzen, was mir gerade an meinem „Jetzt“ nicht sonderlich gefällt. Oder vielleicht ist es sogar etwas, das mir eigentlich gut tut, aber ich lasse mich von meinen Gedanken verführen und drifte ab in Träumereien.
All das ist manchmal so furchtbar spannend. Aber was verliere ich durch das einsaugen lassen in Träume, Pflichten und Gedanken an das was kommt?

****Was habe ich davon, im Jetzt zu sein?****

Was verliere ich?
Ich verliere die Möglichkeit in dem jetzigen Moment etwas zu erfahren.
Ich verliere Bewusstheit über das, was in mir vor sich geht. Warum ist das wichtig magst du dich vielleicht fragen. Vergleiche es mit einer Fahrt in einem Boot. Bewusstheit ist das Ruder, mit dem wir unsere Energie bewusst steuern können. Unbewusstheit wirkt auf dich als würdest du deine Energie überall verteilen und gleichzeitig gaukelst du dir vor, keine Kontrolle über den Strom deiner Energie und dein Boot zu haben.
Ich zerstreue mich selbst, meine Energie, und es ist als würde ich mich mental zumüllen mit allem was da so mein Verstand auswirft. Er generiert ständig neue Berge an Bildern und doch keine neuen Erkenntnisse für die Seele.

Und irgendwann merkst du plötzlich, das du garnicht bei dir bist. Das du dich energielos fühlst und das du völlig zerstreut alles mögliche vergisst.
Du vergisst wo du beim eintreten in die Wohnung deinen Schlüssel hingelegt hast, weil du garnicht wirklich anwesend warst. Dein Körper ist gelaufen. Völlig automatisiert hast du deinen Schlüssel irgendwo abgelegt.
Und irgendwann, wenn dich der Verstand genug eingelullt hat mit seinen Geschichten und Bildern, ergreift dich eine innere Leere –
ja die Leere, die ich am Anfang als das Gegenteil bezeichnet habe. Denn in Wahrheit bist du „voll“ mit mentalen Zeitschriften des Verstandes, die rein garnichts mit deiner Seele zu tun haben mögen und du merkst, das du eigentlich garnicht weißt, wo du hingehst und wo du hergekommen bist. Und alles das blos, weil die Träumereien einfach so schön verlockend waren oder weil du deine Pflichten zu deinem Tages- und Nachtprogramm erhoben hast, die all deine Gedanken ausgefüllt zu haben scheinen. Sie füllen dich aus, aber sie erfüllen dich nicht. Sie sind eigentlich eine leere Angelegenheit, denn sie haben scheinbar keinen wirklichen seelischen Nährwert. Sie stressen dich, sie halten dich in Anspannung, aber sie bewirken nicht, das du seelisch wachsen kannst und tragen auch nicht zu deiner Balance bei. Statt dessen verpulverst du völlig sinnfrei deine ganze Energie in das Morgen und Gestern….

Darum wünsche ich mir mehr vom Jetzt…. Weniger Fülle von Gedanken-Müll und mehr innere Stille, um die wahre Fülle des Jetzt für die Seele, das Seelenfutter sozusagen, zu erleben.
Wir sind in einem ständigen Fluss aus Ereignissen, in dem wir manchmal treiben wie ein Stück Holz ohne Bewusstheit zu erlangen.
Balance ist etwas, das du immer wieder finden kannst.
Immer wieder neu erleben, wenn du einen Weg in den Moment findest. Das ist es was ich gerne mit dir teile. Der Moment, das Jetzt, die Faszination deiner Seele, neue Farben in dir zu entdecken, die du garnicht gesehen hättest, wenn du nicht einen Moment inne gehalten hättest und in dich geschaut hättest. JETZT nicht im gestern, nicht im Morgen, JETZT scheint draussen vor meinem Fenster die Sonne. Eine kleine Blume auf meinem Schreibtisch hebt und senkt in lustiger Wippform ihre künstlichen Blätter und es herrscht absolute Stille im Raum. Gestern war wild. Nachher vielleicht auch. Aber jetzt, bin ich hier! :😘

Wenn Eltern nicht so sind, wie die Kinder es erwarten

Du erwartest das sie dich schützen, das sie an deiner Seite stehen, mit dir gehen.

Dein Sein unterstützen und dich lieben. Aber was ist, wenn sie dich verletzen. Wenn sie dir zeigen, das sie dich nicht so lieben können, wie du dir das wünschst. Wenn du feststellst, das sie dich kleinreden, dir wehtun, misshandeln in Wort oder Tat? Auch sie waren einmal Kinder. Auch sie wurden verletzt und auch sie können nur das weitergeben, was sie in sich tragen so wie du. Sie sind nicht schlauer oder besser, sie sind nur vor dir schon dagewesen.

An irgendeinem Punkt kommst du da hin wo du wütend bist, weil sie so gehandelt haben wie sie eben sind. Weil sie sich scheinbar nicht geschert haben, um das Herz das in den Boden getrampelt wurde durch unbedachte Worte, Taten oder Gewalt. Und es einfach nicht sehen oder sehen wollen oder sehen können. Du fühlst dich nicht gesehen.

Dich verfolgen die Erinnerungen, wo sie dir immer wieder gesagt haben, das du falsch bist und nichts kannst. Und du begegnest diesem innerlichen Loch immer wieder. Du bist traurig, das sie nicht bei dir stehen, wo sie das doch sollten! Du kommst an einen Punkt wo du traurig bist, das sie dich nicht lieben wie es deiner Meinung nach sein sollte oder dir nie Liebe gezeigt haben.

Und wenn du dir gestattest genau hinzuschauen, dann kommt der Moment, wo du vielleicht erkennen magst, das du dich an Streit und Zwietracht von deinen Eltern festhältst, damit du überhaupt etwas von ihnen hast.
Nach dem Motto, wenn ich auch das loslasse, dann habe ich nichts von ihnen.

Doch. Das Leben haben sie dir gegeben. Und was für eine Achterbahnfahrt war das gewesen! Wahnsinn! Aber du hast es bis hierher geschafft! Gratuliere!

Und so ist es Zeit, dich nicht mehr als Opfer sehen zu wollen, sondern deine Täter und auch deine Sicht als Opfer ziehen zu lassen. Die Steine hinter dir zu lassen, die du vor deinen Füßen aufgestapelt hast.
Deine Kraft zu dir zu holen und dir das zurückzunehmen, was du ihnen an Kraft übergeben hast. Mach was draus!
Jeden Tag, jeden Moment hast du zur Verfügung dich zu bewegen. Deine Seele zu bewegen, zu erreichen, zu erleuchten. Es ist so wichtig zu lernen loszulassen.
Loslassen bedeutet nicht vergessen. Es bedeutet in den Frieden zu gehen, mit dem was geschehen ist.

Denn ohne loslassen, holt dich das was gestern war, immer wieder ein.

 

Aside

So bescheiden manche Situation erscheinen mag, du sparst viel Kraft, wenn du erstmal akzeptierst, wie sie gerade ist.
Dazu gehören auch deine Gefühle.
Manchmal ist nicht so leicht, nicht in ihnen zu verharren sondern sie fließen zu lassen, wie ein Fluss der dich durchströmt.

Es ist eine Herausforderung, im Moment zu bleiben und bewusst atmen, statt in den Bildern des Verstandes und deinem eigenen Druck zu versinken. Aber es ist möglich.

 

Es ist nicht wichtig, wie oft du weg gehst. Es ist nur wichtig immer wieder ins Jetzt zu kommen.

Warum tragen wir Masken?

Von der absoluten Liebe und Offenheit die man fühlen kann

Schon in der ersten Klasse ist mir aufgefallen, das es Kinder gab, die versuchten den anderen etwas vorzumachen. Und schon damals war für mich klar, das dieser Versuch sich vor dem was andere über mich denken könnten zu schützen, nur darin endete Streit und Zwist heraufzubeschwören und uns voneinander fern zu halten. Nahezu jeder Mensch in unserer Gesellschaft läuft im Alltagsgeschehen mit irgendeiner Form von Maske durch die Gegend. Wir begegnen einander und jeder ist in seiner eigenen kleinen Welt gefangen. Gefangen in dem, was er gestern erlebt hat. Eben gerade, vielleicht aber auch vor vielen Jahren. Es hat ihn geprägt und vielleicht ist es jetzt gerade in diesem Moment besonders präsent. Auch du hast eine Geschichte. Eine Erfahrung, eine Stimmung, die du jetzt gerade in diesem Moment erlebst und bestimmt ist nicht immer deine Stimmung der reinste Sonnenschein. Wer könnte schon ständig die ganze Welt umarmen?

Gestern beobachtete ich drei Kinder. Zwei ältere und ein jüngeres Mädchen spielten auf zwei großen Schaukeln. Die kleine wollte mit den anderen beiden zusammen sein. Aber die beiden größeren Mädchen machten ein Spiel der Macht daraus. Sie rannten auf eine der großen Schaukel. Das kleine Mädchen war noch im Haus und kam ihnen hinterher gelaufen. Da sagte die eine zur anderen in einem verschworenen Tonfall: „Achtung da kommt sie.“ Die Kleine wollte auch auf die große Schaukel, auf der noch hinreichend Platz war. Aber die beiden großen Mädels versperrten ihr den Weg. Da fing sie enttäuscht an zu weinen und eine der beiden sagte in einem überlegenen Tonfall: „Also gut, dann komm doch drauf.“

Kaum saß die Kleine, verabredeten sich die beiden und eine sagte in gespielter Überheblichkeit:“Ach lass uns da drüben auf die andere Schaukel gehen.“ Sie sprangen herunter und stiegen auf die andere Schaukel. Die Kleine schaute ihnen verletzt nach, während die anderen beiden sie von oben herab triumphierend betrachteten.

Da fragte ich eines der Mädchen, ob ihr das nicht weh tun würde, wenn sie an der Stelle säße wo die Kleine ist. Da drehten die beiden den Kopf zu mir und sagten: „Wieso? Sie kann doch mitmachen.“ „Na ja, ihr lasst sie ja nicht wirklich dabei sein.“, meinte ich. Ich spürte wie sie für einen Moment nachfühlten und dann drehte sich eines der Mädchen zu der Kleinen und fragte sie ob sie zu ihnen auf die Schaukel käme.

Wir haben gelernt uns zu verstecken. Verstecken vor denen, die uns verletzen. Aber auch um uns vermeintlich stark und beschützt zu fühlen,wie in einer Rüstung. Und oft bleibt das verbundensein – das mitfühlen – dabei auf der Strecke. Wir verstecken uns vor jenen die urteilen über dich, aber auch vor denen, die uns scheinbar überlegen sind. Manchmal urteilst du auch selbst über dich. Und manchmal sind wir zu uns selbst alles andere als nett. All dieses Versteckspiel empfinde ich als bedrückend. Bestimmt empfindet das nicht jeder so, denn man tut es ja ständig. Aber aus diesen unterdrückten  Seiten entstehen Zwänge. Sei es, das du betont höflich bist, damit jeder dich gern hat und du dann auf Anlässe gehen musst um dieses falsche Bild aufrecht zu erhalten. Das du anderen zuhörst, ihre Lasten trägst, weil du glaubst sie würden sich sonst von dir abwenden. Zwänge eben, die mir das Leben so richtig schwer machen.Dabei könnte es doch viel leichter sein wenn du Mut hast zu dir zu stehen. Wenn du einen Teil deiner Selbst versteckst, verdeckst du einen Teil des Lichtes das du ausstrahlen könntest und opferst dein wunderbares Licht dem „Das muss so sein“. Denn du bist so wie jeder unter uns einzigartig. Ein absolutes Unikat. Selbst eineiige Zwillinge sind bei all ihrer Einheit doch zwei Individuen.

Mein Lebensmotto ist offen sein. Nichts verstecken, nichts beschönigen. Einfach so sein wie du gerade bist. Authentisch. Ich empfinde Masken schon immer als anstrengend. Ich habe zu oft beobachtet, wie daraus Konflikte entstehen, die völlig unnötig sind. Sie tragen dazu bei, das der eine den anderen nicht versteht. Das man etwas in jemanden hineininterpretiert, das dieser gar nicht meint oder sich ausgenutzt fühlt. Wenn du traurig bist, dann weine. Wenn du nicht weinen kannst, dann sei offen. Trauer ist für manchen nur schwer zu vertragen. Aber sie gehört genauso zum Leben wie die Freude. Und auch sie muss ihren Ausgang finden. Und wer das nicht sehen will, muss das Weite suchen.

Wir reissen uns zusammen, um zu funktionieren. Um andere nicht in ihrem Sein zu stören. Wir halten die Ohren steif… so sagt man. Aber eigentlich ist es nicht nur das Gesicht, das völlig dabei einfriert. Ein bisschen friere ich selber dabei ein. Und ich finde es macht das Leid noch schlimmer dadurch.

„Wie geht es dir ?“ So beginnt häufig eine Begrüßung. Eigentlich ist mit dieser Begrüßung eine Kontaktaufnahme gemeint. Aber viele wollen garnicht wirklich den Kontakt. Sie bleiben an der Oberfläche. Sie wollen nicht dein wirkliches Gesicht sehen. Sie wollen eine Maske sehen. Denn wenn du ihnen offen zeigst wie es wirklich in dir aussieht, reagieren sie manchmal zurückhaltend. Vielleicht wird ihnen dann bewusst, das sie es eigentlich garnicht wissen wollten. Es erinnert sie daran, das auch sie hinter ihrer Maske ein wirkliches Leben haben, das nicht so leer und hohl ist wie das Bild das sie nach aussen tragen. Das sie garnicht wirklich Kontakt mit dir wollen, sondern aus ihren ganz eigenen Motiven heraus nur gesehen werden wollen und unbeabsichtig auch ohne dich – dein wahres Selbst – wirklich sehen zu wollen.

Es ist so wunderschön wenn ich Menschen treffe, die offen sind. Wenn jeder nach seinem besten können authentisch ist. Jeder sofort fühlt, wann es genug ist. Wenn du daran Spaß hast und Witze machen kannst und in dieser kindlichen Freude über die seltsamsten Dinge lachen kannst wie kleine Kinder. Und niemand stellt sich über den anderen. Allein die Freude darüber so zu sein und so offen zu sein, ist wie ein kleines Feuerwerk. Jeder nimmt für sich aus einer solchen Begegnung etwas anderes mit. Manchmal sind die Menschen nicht bereit dafür. Sie halten ihre Maske für notwendig. Vielleicht glauben sie, sie sind so hässlich, das es besser ist, wenn nicht jeder ihre Fehler sieht. Aber wir alle haben Fehler. Wir alle haben unsere Erfahrungen gemacht und es gibt so viele verletzte unter uns, das eine Maske uns wirklich einsam macht. Je mehr man sich gegenseitig öffnet, desto ehrlicher und tiefgreifender wird das, was zwischen uns Menschen entsteht.

Zu Offenheit gehört auch seine eigenen Grenzen zu wahren. Das ist nicht immer leicht. Es ist legitim sich zu schützen. Nicht jeder verdient dein Vertrauen. Dennoch, zwischen Schutz vor Verletzung und Darstellung falscher Tatsachen liegen Welten. Dich als jemand darzustellen, der du nicht bist, verbraucht Unmengen an Energie. Es macht das Leben unnötig kompliziert.

Es gibt allerlei Schulfächer, aber das Schulfach, das uns lehrt mit unseren Mitmenschen zusammen zu kommen, offen miteinander zu sein, einander zuzuhören, zu fühlen was der andere fühlt. Dieses Schulfach gibt es nicht. Es gibt eine manchmal verbreitete Ansicht, das uns das weich macht. Verletzlich, wo man doch die Zähne zusammenbeissen soll und darüber stehen soll. Das andere einen Vorteil daraus schlagen könnten und dich hintergehen.  Aber das ist es was erst richtig Schaden in der Seele anrichtet, das macht uns innerlich einsam.

Am Ende des Tages hat nur das Bestand, was wirklich und wahrhaftig ist und diese wahrhaftigen Begegnungen sind es, die dir den größten Vorteil bringen. Im ungezwungenen offenen Geben und Nehmen liegt die wahre Magie, ungeahnte Höhen zu erreichen.

Lass los und sei frei im Herz.

Selbverständlichkeiten

Selbverständlichkeiten sind nicht durch Gewalt und Verurteilung einforderbar. Denn diese unterlaufen alles, was wir als Wert ansehen mögen.

Verurteilung ist Gift in jeder Beziehung.

Respekt ist unerlässlich. Für jeden Menschen sind Selbverständlichkeiten etwas anderes. Sie sind kultur-, gemeinschafts-, familienabhängig oder gar sehr individuell, so wie es keine einheitlichen Werte und Ziele unter den Menschen gibt. Und es gibt immer mindestens eine andere Perspektive.

Respekt bedeutet das andere Sein akzeptieren. Meine Grenzen sind nicht deine Grenzen. Respekt bedeutet die Grenzen des anderen achten.

Akzeptanz ist nicht gleichzusetzen mit annehmen. Es muss mir nicht gefallen, was der andere tut. Nicht zu bewerten ist eine Form des Sein lassens.
Es ist wie es ist. Da ist kein bewerten, keine Verurteilung. Niemand kann in den Schuhen des anderen gehen.

Und anders als mancher gerne annehmen mag, ist eine Selbverständlichkeit nur in deinen Augen selbverständlich. Möglicherweise befindest du dich sogar in einer Gruppe von Menschen, die nach den selben Selbverständlichkeiten leben. Das bedeutet jedoch nicht, das es für jeden eine Selbverständlichkeit ist. Oder das jeder deine Selbverständlichkeit für sich selbst übernehmen muss, kann oder will. Deine Selbverständlichkeit ist kein Gesetz. Es ist etwas, das der andere annehmen kann oder auch nicht.

Jeder lebt in seiner eignen kleinen Welt. Wenn du still vor dich hin brodelst, weil jemand deine Selbverständlichkeit nicht lebt, dann stellst du dich über ihn.

Ist es nicht viel besser, wenn du ihn aus einer neutralen Position heraus darauf aufmerksam machst, was du brauchst, bevor du dir ein Bild von deinen Selbverständlichkeiten malst, mit dem du ihn bewerfen kannst?

Rollen die wir spielen

Manchmal stellt man fest, das man ein Problem mit jemandem hat. Und bei näherem betrachten wird plötzlich klar, das es nicht dieser jemand ist. Sondern es wirkt, als würde eine andere Person aus diesem Menschen zu dir sprechen. Als würde diese andere Person versuchen sich deiner zu bemächtigen und sich als ein geliebter Mensch vor dir verkleiden, damit du ihm Einlass gewähren mögest. Natürlich ist das nur eine Metapher.

Wir verkleiden uns immer wieder in anderen Formen vor unseren Mitmenschen.
Wir sind manchmal nicht authentisch und manchmal Spielball unserer Vorstellungen. Und dann hilft es einen Schritt zurück zu treten und vielleicht kannst du dann sehen, das um dich herum etwas ganz anderes am Werk ist als nur deine Vorstellung, sondern eine Rolle.
Und das du dich davon lösen kannst ganz ohne die betroffene Person davon zu behelligen. Denn wenn sie sich vor dir als Richter verkleidet hat, dann hast du sie zu deinem Richter gemacht und wenn er sich als der Verfolger verkleidet, der dich daran hindern möchte voran zu kommen, dann hast du auch ihn dazu gemacht. Er sagt: „Ich habe dich mit einem Zauber belegt, denn du gehörst mir“ Und wenn du das einmal erkennst, dann kannst du jederzeit sagen: „Behalt deinen Zauber für dich, ich gehöre nur mir selbst.“

Welche Rollen nehmen für dich deine Herausforderer an? Und welche Rollen kannst du erkennen? Kannst du ihnen dann sagen, sie sollen bleiben wo der Pfeffer wächst? Und wenn nicht, wieso möchtest du sie behalten. Wofür brauchst du sie noch?