Articles for the Month of April 2016

Warum tragen wir Masken?

Von der absoluten Liebe und Offenheit die man fühlen kann

Schon in der ersten Klasse ist mir aufgefallen, das es Kinder gab, die versuchten den anderen etwas vorzumachen. Und schon damals war für mich klar, das dieser Versuch sich vor dem was andere über mich denken könnten zu schützen, nur darin endete Streit und Zwist heraufzubeschwören und uns voneinander fern zu halten. Nahezu jeder Mensch in unserer Gesellschaft läuft im Alltagsgeschehen mit irgendeiner Form von Maske durch die Gegend. Wir begegnen einander und jeder ist in seiner eigenen kleinen Welt gefangen. Gefangen in dem, was er gestern erlebt hat. Eben gerade, vielleicht aber auch vor vielen Jahren. Es hat ihn geprägt und vielleicht ist es jetzt gerade in diesem Moment besonders präsent. Auch du hast eine Geschichte. Eine Erfahrung, eine Stimmung, die du jetzt gerade in diesem Moment erlebst und bestimmt ist nicht immer deine Stimmung der reinste Sonnenschein. Wer könnte schon ständig die ganze Welt umarmen?

Gestern beobachtete ich drei Kinder. Zwei ältere und ein jüngeres Mädchen spielten auf zwei großen Schaukeln. Die kleine wollte mit den anderen beiden zusammen sein. Aber die beiden größeren Mädchen machten ein Spiel der Macht daraus. Sie rannten auf eine der großen Schaukel. Das kleine Mädchen war noch im Haus und kam ihnen hinterher gelaufen. Da sagte die eine zur anderen in einem verschworenen Tonfall: „Achtung da kommt sie.“ Die Kleine wollte auch auf die große Schaukel, auf der noch hinreichend Platz war. Aber die beiden großen Mädels versperrten ihr den Weg. Da fing sie enttäuscht an zu weinen und eine der beiden sagte in einem überlegenen Tonfall: „Also gut, dann komm doch drauf.“

Kaum saß die Kleine, verabredeten sich die beiden und eine sagte in gespielter Überheblichkeit:“Ach lass uns da drüben auf die andere Schaukel gehen.“ Sie sprangen herunter und stiegen auf die andere Schaukel. Die Kleine schaute ihnen verletzt nach, während die anderen beiden sie von oben herab triumphierend betrachteten.

Da fragte ich eines der Mädchen, ob ihr das nicht weh tun würde, wenn sie an der Stelle säße wo die Kleine ist. Da drehten die beiden den Kopf zu mir und sagten: „Wieso? Sie kann doch mitmachen.“ „Na ja, ihr lasst sie ja nicht wirklich dabei sein.“, meinte ich. Ich spürte wie sie für einen Moment nachfühlten und dann drehte sich eines der Mädchen zu der Kleinen und fragte sie ob sie zu ihnen auf die Schaukel käme.

Wir haben gelernt uns zu verstecken. Verstecken vor denen, die uns verletzen. Aber auch um uns vermeintlich stark und beschützt zu fühlen,wie in einer Rüstung. Und oft bleibt das verbundensein – das mitfühlen – dabei auf der Strecke. Wir verstecken uns vor jenen die urteilen über dich, aber auch vor denen, die uns scheinbar überlegen sind. Manchmal urteilst du auch selbst über dich. Und manchmal sind wir zu uns selbst alles andere als nett. All dieses Versteckspiel empfinde ich als bedrückend. Bestimmt empfindet das nicht jeder so, denn man tut es ja ständig. Aber aus diesen unterdrückten  Seiten entstehen Zwänge. Sei es, das du betont höflich bist, damit jeder dich gern hat und du dann auf Anlässe gehen musst um dieses falsche Bild aufrecht zu erhalten. Das du anderen zuhörst, ihre Lasten trägst, weil du glaubst sie würden sich sonst von dir abwenden. Zwänge eben, die mir das Leben so richtig schwer machen.Dabei könnte es doch viel leichter sein wenn du Mut hast zu dir zu stehen. Wenn du einen Teil deiner Selbst versteckst, verdeckst du einen Teil des Lichtes das du ausstrahlen könntest und opferst dein wunderbares Licht dem „Das muss so sein“. Denn du bist so wie jeder unter uns einzigartig. Ein absolutes Unikat. Selbst eineiige Zwillinge sind bei all ihrer Einheit doch zwei Individuen.

Mein Lebensmotto ist offen sein. Nichts verstecken, nichts beschönigen. Einfach so sein wie du gerade bist. Authentisch. Ich empfinde Masken schon immer als anstrengend. Ich habe zu oft beobachtet, wie daraus Konflikte entstehen, die völlig unnötig sind. Sie tragen dazu bei, das der eine den anderen nicht versteht. Das man etwas in jemanden hineininterpretiert, das dieser gar nicht meint oder sich ausgenutzt fühlt. Wenn du traurig bist, dann weine. Wenn du nicht weinen kannst, dann sei offen. Trauer ist für manchen nur schwer zu vertragen. Aber sie gehört genauso zum Leben wie die Freude. Und auch sie muss ihren Ausgang finden. Und wer das nicht sehen will, muss das Weite suchen.

Wir reissen uns zusammen, um zu funktionieren. Um andere nicht in ihrem Sein zu stören. Wir halten die Ohren steif… so sagt man. Aber eigentlich ist es nicht nur das Gesicht, das völlig dabei einfriert. Ein bisschen friere ich selber dabei ein. Und ich finde es macht das Leid noch schlimmer dadurch.

„Wie geht es dir ?“ So beginnt häufig eine Begrüßung. Eigentlich ist mit dieser Begrüßung eine Kontaktaufnahme gemeint. Aber viele wollen garnicht wirklich den Kontakt. Sie bleiben an der Oberfläche. Sie wollen nicht dein wirkliches Gesicht sehen. Sie wollen eine Maske sehen. Denn wenn du ihnen offen zeigst wie es wirklich in dir aussieht, reagieren sie manchmal zurückhaltend. Vielleicht wird ihnen dann bewusst, das sie es eigentlich garnicht wissen wollten. Es erinnert sie daran, das auch sie hinter ihrer Maske ein wirkliches Leben haben, das nicht so leer und hohl ist wie das Bild das sie nach aussen tragen. Das sie garnicht wirklich Kontakt mit dir wollen, sondern aus ihren ganz eigenen Motiven heraus nur gesehen werden wollen und unbeabsichtig auch ohne dich – dein wahres Selbst – wirklich sehen zu wollen.

Es ist so wunderschön wenn ich Menschen treffe, die offen sind. Wenn jeder nach seinem besten können authentisch ist. Jeder sofort fühlt, wann es genug ist. Wenn du daran Spaß hast und Witze machen kannst und in dieser kindlichen Freude über die seltsamsten Dinge lachen kannst wie kleine Kinder. Und niemand stellt sich über den anderen. Allein die Freude darüber so zu sein und so offen zu sein, ist wie ein kleines Feuerwerk. Jeder nimmt für sich aus einer solchen Begegnung etwas anderes mit. Manchmal sind die Menschen nicht bereit dafür. Sie halten ihre Maske für notwendig. Vielleicht glauben sie, sie sind so hässlich, das es besser ist, wenn nicht jeder ihre Fehler sieht. Aber wir alle haben Fehler. Wir alle haben unsere Erfahrungen gemacht und es gibt so viele verletzte unter uns, das eine Maske uns wirklich einsam macht. Je mehr man sich gegenseitig öffnet, desto ehrlicher und tiefgreifender wird das, was zwischen uns Menschen entsteht.

Zu Offenheit gehört auch seine eigenen Grenzen zu wahren. Das ist nicht immer leicht. Es ist legitim sich zu schützen. Nicht jeder verdient dein Vertrauen. Dennoch, zwischen Schutz vor Verletzung und Darstellung falscher Tatsachen liegen Welten. Dich als jemand darzustellen, der du nicht bist, verbraucht Unmengen an Energie. Es macht das Leben unnötig kompliziert.

Es gibt allerlei Schulfächer, aber das Schulfach, das uns lehrt mit unseren Mitmenschen zusammen zu kommen, offen miteinander zu sein, einander zuzuhören, zu fühlen was der andere fühlt. Dieses Schulfach gibt es nicht. Es gibt eine manchmal verbreitete Ansicht, das uns das weich macht. Verletzlich, wo man doch die Zähne zusammenbeissen soll und darüber stehen soll. Das andere einen Vorteil daraus schlagen könnten und dich hintergehen.  Aber das ist es was erst richtig Schaden in der Seele anrichtet, das macht uns innerlich einsam.

Am Ende des Tages hat nur das Bestand, was wirklich und wahrhaftig ist und diese wahrhaftigen Begegnungen sind es, die dir den größten Vorteil bringen. Im ungezwungenen offenen Geben und Nehmen liegt die wahre Magie, ungeahnte Höhen zu erreichen.

Lass los und sei frei im Herz.

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